Ich bin weggelaufen. Was tun?

Ich bin weggelaufen. Was tun?

Wenn du von Zuhause weggelaufen bist, musst du als allererstes an deine Sicherheit denken und deine Liebsten informieren, die sich bestimmt Sorgen machen. Hier findest du ein paar Tipps, die dir helfen können.

Scheint dir ein Problem ausweglos? Überlegst du, wegzulaufen?

Kannst du dich vielleicht an Freunde oder Angehörige wenden, die eine Idee haben, was du tun kannst? Ansonsten können auch wir dir helfen, denn die Stiftung Missing Children gibt es vor allem, um Kinder und Jugendliche zu unterstützen. Du kannst uns 24 Stunden am Tag und 7 Tage die Woche unter 116 000 erreichen. Wenn du anonym bleiben möchtest, kannst du deine Nummer unterdrücken.

Der Anruf ist kostenlos und wird vertraulich behandelt.

Was tun, um Gefahren zu vermeiden?

Was tun, um Gefahren zu vermeiden?

  • Wenn ich unterwegs bin, bleibe ich mit jemandem in Kontakt, dem ich nahestehe.
  • Ich bin mir bewusst, dass ich noch verletzlicher bin, wenn ich unterwegs bin.
  • Ich bin vorsichtig, wenn mir jemand Getränke und Lebensmittel anbietet.
  • Ich lasse mich nicht von nichtssagendem Small Talk einlullen, sondern bleibe aufmerksam und beobachte meine Umgebung.
  • Ich treffe selber Entscheidungen und erlaube mir, jederzeit meine Meinung zu ändern.
  • Ich vereinbare einen Code für meine Nachrichten, damit meine Freunde/Familienangehörigen sicher sein können, dass ich es bin, der/die schreibt.

Kontakt halten

Kontakt halten

Du könntest empört, nicht einverstanden, verletzt oder in grossen Schwierigkeiten sein...

Wie sollen andere wissen, ob es dir gut geht?

Wenn dir niemand aus deinem Umfeld ausreichend vertrauenswürdig erscheint, um dir zu helfen, dann vergiss nicht, dass es auch uns gibt... Ruf uns an, denn wir können uns nicht zurücklehnen in der Hoffnung, dass schon alles in Ordnung ist.

Wenn wir erfahren, dass du mit niemandem in Kontakt bist, müssen wir handeln. Wir werden versuchen, dich direkt zu kontaktieren. Wenn wir dich nicht erreichen, werden wir eine Vermisstenanzeige in unseren sozialen Netzwerken veröffentlichen.

Tipp von einer Globetrotterin

«Beim Autostopp bin ich wahrscheinlich in über 1000 Autos gestiegen. Ich hatte viermal Probleme: Einmal mit 12 Jahren, zweimal mit 14 Jahren, einmal mit 16 Jahren – und dann nie wieder!»

Ich glaube, ich habe «Danke, auf Wiedersehen» gesagt und 20 % der Fahrer allein davonfahren lassen. Auch bin ich bei ca. 98 % der Fahrer nicht eingestiegen, wenn Fahrer und Beifahrer Männer waren und ich allein unterwegs war.

Bei Problemen gilt es, mit allen Mitteln Aufmerksamkeit zu erwecken – zum Beispiel mit Hupen oder Gestikulieren, wenn man an jemandem vorbeifährt. Ich glaube, dass echte Kriminelle eher selten sind und dass die Leute meistens nett und wohlgesonnen sind.

Die Erfahrung hat mich aber gleichwohl gelehrt, dass es in der Männerwelt die Tendenz gibt, über Autostopperinnen zu fantasieren, selbst in absolut unverfänglichen Situationen.

Mir schien es wichtig, meine Erfahrungen mit euch zu teilen.

Autostopp

Ich erzähle euch mal, wie ich Autofahrer dazu ermutige, ihre guten Absichten zu pflegen.

Wenn ich Autostopp mache, wähle ich meine Kleidung entsprechend – sexy sein ist für mich ein Synonym für Probleme.

In meinem Handy habe ich bereits die Nummer der örtlichen Polizei als Kurzwahl abgespeichert.

Ich lege meine Tasche nicht in den Kofferraum, sondern halte sie immer griffbereit.

ANGST: Wenn sich in meinem Kopf ununterbrochen ein Katastrophenfilm abspielt, ändere ich meinen Plan und trampe nicht. Ich habe mir immer vorgestellt, dass wenn ich einen Übergriff erwarte, dann würde ich auch angegriffen werden.

Wenn eine Autofahrerin/ein Autofahrer anhält, dann lasse ich ihr/ihm keine Zeit mich zu fragen, wo ich hinmuss. Ich stelle meine Frage zuerst: «Wo fahren Sie hin?» Dabei konzentriere ich mich auf das Gesicht meines Gegenübers und versuche herauszufinden, ob sie/er wohlwollend ist. Eine wohlwollende Person schaut mir in die Augen, kennt ihr Ziel und muss nicht überlegen. Wenn mir jemand die Frage zurückstellt, ist das ein schlechtes Zeichen. Ich bedanke mich fürs Anhalten und verabschiede mich. Jede zögerliche oder ausweichende Antwort wie: «Ich fahre dahin, wo du hinwillst» ist ein sehr deutliches Zeichen für eine gefährliche Situation.

Ich stelle sicher, dass ich nicht in Eile bin, denn ich habe schon meine eigenen Sicherheitsregeln ignoriert, weil ich gehetzt war.

Wenn ich alleine unterwegs bin, steige ich nur in Autos mit ein oder zwei Personen bzw. mit einem Paar mit Kind.

Wenn ich Angst oder Unruhe verspüre, dann erlaube ich mir, jederzeit meine Meinung zu ändern.

Ich kontrolliere die Momente der Stille, stelle der Fahrerin/dem Fahrer Fragen zu ihrem/seinem Leben, der Familie, dem Ziel der Fahrt. Gleichzeitig bleibe ich meinerseits aber zurückhaltend mit Informationen. Auf der Fahrt habe ich Zeit, mich wirklich für diese Person zu interessieren, dem zuzuhören, was sie mit mir teilt und trotzdem die Situation von Zeit zu Zeit neu einzuschätzen.

Ich für meinen Teil erzähle von Erinnerungen und Anekdoten, gebe aber keine genauen Informationen über mich preis (ausser, jemand wartet irgendwo auf mich).

Ich bin wachsam und aufmerksam und entscheide über die Risiken, die ich eingehe.

Ich bitte darum, dass ich an einem bewohnten, beleuchteten Ort abgesetzt werde, an dem man leicht anhalten kann, z. B. an einer Tankstelle in einer Stadt oder in einem Dorfzentrum.

Ich fürchte mich, heimzugehen

Dann ist es höchste Zeit, mit uns zu sprechen und zu sehen, was sich verändern könnte.
Ruf uns an unter 116 000!
Wir können für dich und mit dir zusammen Massnahmen ergreifen.